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Peter Pfister

Peter Pfister bei Spezialrassen-Online

Natürliche Partnerschaft mit Pferden

Peter Pfister

Der Begründer des Ranchreitens

Durch seine spektakulären Auftritte begeistert Peter Pfister immer wieder seine Zuschauer. Seine Stärke ist seine Vielseitigkeit und sein klares Konzept. Mit Wahlsprüchen wie „Gewalt beginnt, wo Wissen endet“ oder „Wer nicht leitet, der leidet“ hat er seine Zuhörer, Zuschauer und Leser überzeugt. Solange Peter Pfister denken kann, bedeuteten Pferde für ihn Faszination pur. Seit fast 35 Jahren beschäftigt er sich mit ihnen. Sein Bestreben nach einer harmonischen, niveauvollen und naturorientierten Partnerschaft ist stets oberstes Ziel. Es gibt wohl kaum eine Rasse, mit der Er noch nicht gearbeitet hat.

Peter Pfister gehört wohl mittlerweile zu den angesehensten Pferdetrainern in der Freizeit-Szene. Der viel gefragte Kurs- und Seminarleiter ist häufig im In-und Ausland unterwegs um sein Konzept vorzustellen. Inspiriert durch Amerikanische Horsemen wie Buck Brannaman oder Ray Hunt, ist auch für Pfister eine solide Grundausbildung am Boden und unter dem Sattel das wichtigste für eine erfolgreiche Pferdeausbildung. Eines seiner Mottos lautet: Prüfe alles, das Beste aber behalte. So entdeckte er vor einigen Jahren eine interessante Reitweise: die Ranch-Reitweise. Diese Reitweise blieb im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert den gebildeten und wohlhabenden US-Ranchern vorbehalten. Ihr Reitstil hob sich von der groben Arbeitsreitweise der Cowboys ab, indem sie Pferde aller Rassen sehr fein ausbildeten und ritten.
Philosophie dieser Rancher war es, losgelöst von den Zwängen einer starren Lehre, Pferde auf ein hohes Niveau von Rittigkeit und Partnerschaft zu bringen.

Es entstand das Buch: Ranch-Reiten, eine alte Reitweise - neu entdeckt.
Dieser Ratgeber besticht durch seinen klaren Aufbau und eine Vielzahl von Übungen und Lektionen. Eigentlich ein Muss für jeden Reiter, der ein verlässliches Pferd will.

Das Buch ist eigentlich wie Peter Pfister selbst: Klar, sorgfältig strukturiert, ehrlich, direkt.

Wir konnten uns davon überzeugen, als Spezialrassen-Online die Möglichkeit bekam, Peter Pfister ein paar Fragen zu stellen. Hier die Antworten:

Spezialrasen-Online im Gespräch ...

mit Peter Pfister

S-O: Wie kamen Sie „aufs Pferd“?
P.P: So lange ich denken kann habe ich nur Pferde im Kopf. Warum das so ist, weiß ich auch nicht. Das scheint eine ArtInfektionskrankheit zu sein von der man nicht weiß, wie sie übertragen wird.

S-O: „Wer“ war ihr erstes eigenes Pferd?
P-F: Es war der Schimmel Rex, er hatte 135 cm Stockmaß und war ein Welsh B. Wir bekamen ihn mit 3,5 Jahren, er starb bei uns fast 32-jährig.

S-O: Wann haben Sie angefangen zu reiten?
P.F: Als Kind auf einem Schwein.

S-O: Welche Reitweise bevorzugen Sie?
P.P: Ich unterscheide nicht zwischen Reitweisen.Für mich gibt es nur gutes oder schlechtes Reiten.Wir alle reiten Pferde, egal welche Reitweise der Einzelne vermeintlich pflegt. Gutes Reiten hat etwas mit Leichtigkeit und Harmonie zu tun und orientiert sich an der Natur. Schlechtes Reiten hingegen äußert sich in Disharmonie und kann schon mal leicht zum Kraftsport werden, nach dem Motto: "Pack ihn vorne - stich ihn hinten. Jedes Pferd, welches als Reitpferd eingesetzt werden soll, braucht das gleiche Training. Ich habe das Buch geschrieben: Ranch-Reiten, eine alte Reitweise - neu entdeckt. Und hierin geht es gerade nicht darum, eine bestimmte, festgeschrieben Reitweise zu praktizieren. Ranch-Reiter sind Freidenker, ihr Motto ist: Prüfe alles und behalte das Beste, zum Wohl des Pferdes und zur Freude des Reiters.

S-O: Welche Vorbilder haben Sie?
P.P: Jeder der gut mit Pferden umgeht ist mein Vorbild. Reiterlich orientiere ich mich an dem französischen Reitmeister Philippe Karl dessen Schüler ich auch bin. Er lehrt die Schule der Leichtigkeit.

S-O: Wie verbinden Sie Beruf und Partnerschaft?
P.P: Da meine Frau auch ein Pferdemensch ist, passt das gut zusammen. Wenn ich allerdings zu lange auf "Kurstour" bin, hat sie damit schon mal Probleme.

S-O: Mit welchem Pferdemenschen würden Sie gerne ein Wochenende verbringen?
P.P: Es wäre sicher sehr interessant, einmal ein Zeit mit den Altväter der Natural Horsemanship Philosophie Tom und Bill Dorrance zu verbringen, leider leben beide nicht mehr.

S-O: Haben Sie noch unerfüllte Träume?
P.P: Ja, ich hätte gerne eine eigene Reithalle. Ansonsten lebe ich heute bereits meinen Kindheitstraum - das totale Leben mit den Pferden - wer kann das schon?

S-O: Hatten Sie schon einmal Angst vor einem Pferd?
P.P: Angst vor einem Pferd nicht, aber Angst vor möglichen Situationen, die bei der Arbeit mit Pferden auftreten können. Angst und Mut gehören immer zusammen. Die Angst, vielleicht besser Respekt, schärft die Sinne und lässt mich vorsichtig sein. Respektlosigkeit macht leichtsinnig und unaufmerksam und kann gefährlich werden.Ich habe einmal einen Satz zu diesem Thema geprägt, er heißt: Mut ohne Angst ist Dummheit - Angst ohne Mut lähmt.

S-O: Wurden Sie schon mal von einem Pferd ernsthaft verletzt?
P.P: Nein, Gott sei Dank nicht, aber mache Situationen hätten leicht ins Auge gehen können.

S-O: Haben Sie heute eigene Pferde? Wie werden Sie gehalten?
P.P: Aber klar, was ist ein Trainer ohne eigenem Pferd. Ich persönlich besitze einen 13-jährigen Welsh-Cob und einen 6-jährigen Andalusier. Meine Frau hat eine 12-jährige Arabo-Haflinger Stute und eine 2,5 jährige Tochter daraus.Unsere Pferde werden ganzjährig im Offenstall oder auf der Weide im Herdenverband mit z.Zt. fünf weiteren Einstellerpferden gehalten.

S-O: Wo würden Sie in 10 Jahren gerne stehen?
P.P: Hoffentlich noch auf meinen beiden eigenen Beinen.

S-O: Welche Erfindung (Bereich Pferde / -haltung) der letzten 10 Jahre, finden Sie am wichtigsten?
P.P: Die Entwicklung, sich an der Natur des Pferdes zu orientieren (wo es denn so gemacht wird) und nicht an irgendwelchen Richtlinien.Henry Ford hat einmal gesagt: Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt des Anderen zu verstehen. Der Andere ist in diesem Fall das Pferd. Das ist der Schlüssel zum Pferd und die Basis für eine gute Partnerschaft.

S-O: Wie praktizieren Sie Tierschutz?
P.P: Indem ich meine Pferde artgerecht halte, eben im Offenstall und in der Herde.

S-O: Wenn Sie etwas im Bereich Pferd abschaffen könnten, was wäre es und warum?
P.P.: Schlaufzügel und andere verwegene Hilfszügelkonstruktionen, Einzelhaft und Schicki-Micki-Kram, bei dem es nur um die Darstellung der Reiter und nicht um die Belange des Pferdes geht.

S-O: Was wollten Sie als Kind immer werden? Und warum nun der „Umschwung“?
P-P.: Eben das was ich tue, oder so ähnlich. Also kein Umschwung!

S-O: Welche berufliche Ausbildung haben Sie?
P.P.: Ich habe eine Ausbildung als Groß-und Außenhandelskaufmann und als Krankenpfleger.

S-O: Wo haben Sie Ihre Kenntnisse erworben?
P.P: Bei vielen unterschiedlichen Pferdeleuten. Von vielen habe ich gelernt, wie man etwas macht, von manchen, wie man etwas nicht machen sollte.

S-O: Haben Sie eine Art Leitsatz, nach dem Sie arbeiten?
P.P.: Ja, einige: Gewalt beginnt, wo Wissen endet. Prüfe alles, das Beste aber behalte.Wer nicht leitet, der leidet.

S-O: Haben Sie noch Zeit für andere Hobbys? Wenn ja welche?
P.P: Selten, gerne würde ich mehr Musik machen, Gitarre spielen und singen.

S-O: Wenn Sie die Zeit noch einmal zurückdrehen könnten, was würden Sie anders machen? Gibt es etwas was Sie bereuen?
P.P: Es ist schon in Ordnung so, wie es war.

S-O: Wo würden Sie gerne Leben?
P.P: Bei mir zu Hause.

S-O: Was halten Sie von sog. Pferdeflüsterern?
P.P: Eine ganze Menge, das ist natürlich ein sehr "ausgelutschte" Geschichte, aber danach werde ich immer wieder gefragt. Mal im Ernst: Die Sprache der Pferde ist leise und wer sich bemüht mit ihnen in ihrer Sprache zu kommunizieren (praktisch flüsternd), ist ein Pferdeflüsterer. Deshalb weg mit dem ganzen mystischen Gehabe, hin zur Naturorientierung. Es gibt mehr Pferdeflüsterer als wir denken.

S-O: Gibt es Pferde die Sie grundsätzlich ablehnen?
P.P: Es gibt keine Pferde, die ich ablehne. Es gibt aber Vorstellungen von Menschen, in Verbindung mit ihren Pferden, die ich ablehne.

S-O: Hatten Sie schon mal einen Fall bei dem Sie nicht helfen konnten?
P.P: Ja, es war eine holländische Warmblutstute mit einem sehr unfreundlichen Charakter. Ihr Hauptansinnen war es, den Menschen reiterlich in Gefahr zu bringen und das praktizierte sie mit sehr viel Engagement. Da die Besitzerin ein nicht sehr starke Reiterin war, musste ich hier die Empfehlung aussprechen, sich von dem Pferd zu trennen.

S-O: Mit welchen Leuten arbeiten Sie am Liebsten zusammen?
P.P: Leute die was lernen wollen, die an sich arbeiten und keine "Traumtänzer" sind.

S-O: Haben Sie eine lustige Anekdote?
P.P: Fällt mir gerade keine ein.

S-O: Haben Sie andere Haustiere?
P.P: Zwei Hunde, eine Menge Mäuse im Stall und manchmal einen Vogel.

Spezialrassen-Online bedankt sich herzlich für das tolle Interview und die beeindruckenden Fotos.

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