Fohlen bekommen eine zweite Chance

Der Anfang der SCHLACHTFOHLENHILFE

Die Metzger laden die soeben ersteigerten Fohlen in die Transporter. Wer nicht freiwillig reingeht wird reingezerrt oder geschoben. Der Blick in den Augen der Tiere verrät ihre
Angst - nur gut dass sie nicht wissen, wohn die Reise geht.

Heike Miccoli, eine der Auktionsbesucherinnen, kann diesem Treiben nur hilflos zusehen, jedoch nichts für die Tiere tun.

Noriker, Haflinger, teilweise grade erst von der Mutter abgesetzt, werden vor ihren Augen in die Hänger verladen – ihr Ziel – der sichere Tod - der Schlachthof in Italien.

Da drückt ihr ein befreundeter Journalist plötzlich einige Hunderter in die Hand. Das Geld komme von Cora Schumacher sagt er, der Frau des Formel-1-Rennfahrers Ralf Schumacher. Damit kann Heike Miccoli einen Noriker freikaufen und ihn von der Pferdeauktion in Österreich mit nach Hause nehmen, nach Blaustein. Sie tauft ihn ‚‚Two lives'’ - zwei Leben.
So hat es angefangen – im Herbst vor einigen Jahren.

Der Noriker und acht weitere Pferde stehen inzwischen auf einer Wiese bei Arnegg. Sie fressen, dösen vor sich hin. Ohne Heike Miccoli würde wohl keines der Tier mehr leben.



Heike Miccoli

Die 40-Jährige Heike Miccoli ist mittlerweile Vorsitzende des Vereins ‚‚Schlachtfohlenhilfe’’. Darin sind Tierfreunde organisiert, die sich übers Internet gefunden haben, um Pferde vor dem Schlachter zu retten. Fohlen etwa, die nicht dem Idealbild entsprechen, sowie ‚‚Überproduktionen aus Stutenmilchfarmen’’ oder ‚‚Zuchtüberschüsse’’. Die gibt es leider oft: Eine ‚‚leere’’ Stute kostet nur, also wird sie so oft wie möglich gedeckt.

Heike Miccoli ist in Gera aufgewachsen und war damals häufig auf dem Bauernhof einer Tante. Im Alter von 18 Jahren hat sie einen Reitunfall und fürchtet sich fortan vor Pferden. 1996 zieht die zweifache Mutter der Liebe wegen nach Blaustein, arbeitet Teilzeit als technische Angestellte an der Universität Ulm. Irgendwann steht sie vor der Wahl: Ein neues Auto oder doch wieder ein Pferd? Miccoli entscheidet sich gegen einen Kleinwagen und für ‚‚Tabasco’’, einen wilden Araber. ‚‚Es war Liebe auf den ersten Blick.’’

2004 ist die 40-Jährige auf der Pferdeauktion in Österreich - eigentlich um sich ein Fohlen zu kaufen. Doch dann erlebt sie mit, wie Tiere, die keiner haben will, gewaltsam in Viehlaster mit italienischen Kennzeichen verladen werden. Dort ist Pferdefleisch sehr beliebt. Der Noriker ‚‚Two lives’’ soll wegen eines Nabelbruches und einer Fehlstellung der Hufe zum Metzger. ‚‚Dabei ist das alles korrigierbar’’, sagt Miccoli. Die Eindrücke schockieren sie, lassen sie tagelang nicht los.
Sie beschließt, andere darauf aufmerksam zu machen. Ein Bekannter stellt ihr eine Seite unter der Adresse www.schlachtfohlenhilfe.de ins Internet.

Immer mehr Gleichgesinnte finden sich zusammen. Mit der Zeit entsteht ein deutschlandweites Netzwerk aus Pferdefreunden, interessierten Helfern und Pferdesuchenden. Auch Pferdemetzger gehören der Gemeinschaft an. ‚‚Sie melden sich bei mir, wenn sie ein Pferd für uns haben’’, sagt Heike Miccoli.



Ein Blick hinter die Kulissen

Das Jahr 2006

Inzwischen sind beim Verein zahlreiche Leuten registriert, die ein Pferd haben wollen. Allein gut 1000 Interessierte klicken täglich auf den Internetauftritt, wo alle neuen Angebote veröffentlicht werden. Rund 400 Tiere sind bislang vermittelt worden – davon alleine mehr als 130 im ersten Halbjahr 2006.

Vereinsmitgliedern und freiwillige Helfer überprüfen vorher die neue Heimat der Tiere.

Nur für ein Tier hat der Verein nichts tun können, der Halter habe das nicht gewollt.

Zusätzlich betreibt der Verein wichtige Aufklärungsarbeit: Viele Bauern wissen nicht, was mit ihren Tieren passiert. Und wenn der Weg zum Metzger unumgänglich ist, so sollten wenigstens die tagelangen Transporte und das Leiden beim Schlachter vermieden werden.



Rund 400 Tiere konnten bis 2006 vermittelt werden.

Informationen über die Schlachtfohlenhilfe


Wer ist das Team der Schlachtfohlenhilfe?
Eine Gruppe von Tierfreunden, die über ganz Deutschland verteilt sind, sodass ein gut funktionierendes Netz entstanden ist, das sogar bis nach Österreich reicht.
Die meisten von ihnen haben selbst schon einmal ein Pferd aus einer Notsituation oder vor dem Schlachter gerettet.

Was macht Schlachtfohlenhilfe?
Obwohl der Verein Schlachtfohlenhilfe heißt und die Rettung und Vermittlung von Fohlen an erster Stelle steht, wird sich natürlich auch um andere Pferde/Ponies in Notlagen, z.B. auch um Pferde/Ponies aus schlechter, verwahrloster Haltung gekümmert, die nach ihrer „Befreiung“ meistens erst tierärztlich behandelt und mühsam wieder aufgepäppelt werden müssen.

Wie kann geholfen werden?
Die Notfälle sollen natürlich in gute Hände und in artgerechte Haltung vermittelt werden.
Dafür wird eine Schutzgebühr erhoben, in der Höhe, die geleistet wurde, um das Pferd auszulösen, bzw. den von dem Vorbesitzer genannten Preis.
Bei der Weitervermittlung werden die Pferde auch nur gegen Schutzvertrag und Vorkontrolle abgegeben.
Die Schützlinge sollen nicht vom Regen in die Traufe kommen.
Natürlich kann nicht jeder ein Pferd aufnehmen.

Vielleicht möchten Sie den Verein trotzdem unterstützen?
Da sich der Verein privat finanziert, ist er auf Spenden angewiesen.
Diese werden nur zum Zweck der Rettung und Deckung der vorübergehenden Unterbringung bis zur Vermittlung unserer Schützlinge eingesetzt.
Natürlich werden auch Sachspenden wie Zaunmaterial, Pferdebedarf, Futter, etc. angenommen.

Das Team der Schlachtfohlenhilfe setzt sich natürlich auch mit Argument auseinander, dass durch den Freikauf der Fohlen die „Produktion“ weiter angekurbelt wird.
Dies ist aber so nicht richtig. Produziert wird sowieso, da die Fohlen ja auf jeden Fall zum schlachten verkauft werden. Der Schlachter als Abnehmer ist immer sicher.
Die Schlachtfohlenhilfe ist aber der Meinung, dass diese Fohlen, die eigentlich nur zum sterben geboren sind, eine Chance zum Leben haben sollen.

Gründe für die Arbeit von der Schlachtfohlenhilfe:
Zunächst muss festgestellt werden, das alle Beteiligten keine Fanatiker sind, die auf Biegen und Brechen versuchen jedes Pferd vor dem Schlachten zu retten, aber es wird natürlich versucht, den Pferden eine Chance zum Leben zu geben.
Sollte andererseits es für ein Pferd besser sein es von seinem Leiden zu erlösen, wird auch dieser Schritt nicht gescheut.

Auch werden nicht die Züchter und Schlachter generell verurteilt.
Es gibt natürlich auch verantwortungsbewusste Züchter, denen die Zukunft ihrer Fohlen/Pferde sehr wohl am Herzen liegt.
Ebenso gibt es Schlachter, die gesunde Pferde annehmen, aber dann auch oft bereit sind diese weiter zu vermitteln.

Nur leider werden grade aus dem Bereich der Zucht viele Tiere aus den unterschiedlichsten Gründen abgestoßen. Dies sind zum Beispiel:

Zuchtüberschüsse:
Gerade bei Haflinger- und Kaltblutfohlen geht ein Großteil jedes Jahr zum Schlachter.
Einige Züchter sind der Meinung, das eine Stute nicht „leerstehen“ sollte.
Also wird sie jedes Jahr gedeckt.
Um die Zukunft der Fohlen wird sich oft keine Gedanken gemacht, denn der Schlachter ist immer ein sicherer Abnehmer.

Oftmals entspricht das „Zuchtergebnis“ nicht den Zuchtvorstellungen des Zuchtverbandes und sie sind somit in diesem Sinne „wertlos“.
Die Fohlen tragen nicht die gewünschte Fell- oder Mähnenfarbe oder haben weiße Abzeichen.
Über 90% der Hengstfohlen enden meist sowieso beim Schlachter, da sich speziell ihre Aufzucht aus der Sicht der Züchter nicht rentiert.
Viele von ihnen landen erst auf den großen Fohlenmärkten, die jeden Spätsommer bis Herbst stattfinden und von dort - in der Regel, noch nicht einmal entwöhnt und direkt der Mutterstute entrissen, auf einem Lastwagen in einen Mast- oder Schlachtbetrieb nach Italien.
Wenn sie diesen überleben, (oft nur mit schlimmen Wunden und gebrochenen Gliedmaßen,) werden sie nicht selten noch gemästet und Tage oder Wochen später letztendlich per Bolzenschuss getötet.
Selbst diese Erlösung endet manchmal grauenvoll und nicht im Sinne des Tierschutzgesetzes,
denn bei Fohlen ist der Bolzenschuss besonders schwierig und oft mit zusätzlichen großen Qualen verbunden, wenn der Ausführende „nicht richtig trifft“.
Nicht selten muss der Bolzenschuss mehr als einmal ausgeführt werden, ein minutenlanger Todeskampf ist die Folge.
Die durchdringenden Todesschreie dieses Kampfes interessiert niemanden.
Seit BSE wird Pferdefleisch allerdings auch in Deutschland immer beliebter !

Stutenmilchfarmen:
Um regelmäßig Milch von den Stuten zu erhalten, müssen diese natürlich jedes Jahr gedeckt werden.
Die daraus „produzierten“ Fohlen sind also nur ein Nebenprodukt, oder noch schlimmer, ein regelrechtes Abfallprodukt.
Auch hier ist der Schlachter ein regelmäßiger, zuverlässiger Abnehmer der in der Regel körperlich vollkommen gesunden Pferdekinder, die oft so skrupellos entsorgt werden.
Jedes Jahr wieder! Ein nicht enden wollender tödlicher Kreislauf.

Andere Gründe:
Es gibt natürlich unzählige Gründe warum oft vollkommen gesunde Pferde/Ponies beim Schlachter landen.
Sei es, das der Besitzer plötzlich finanzielle Probleme bekommt, oder feststellt, dass er sich generell übernommen hat.
Oder es kann auch plötzliches Desinteresse sein.
Teilweise wird sich dann manchmal leider nicht die Mühe gemacht, einen guten Platz zu suchen, da dies ja oft etwas Zeit benötigt.
Da dann oft auf keinen Fall weitere Kosten entstehen sollen, muss es dann natürlich sehr schnell gehen.
Manchmal bleibt dann wieder nur der Schlachter als Alternative.
Er stellt keine unbequemen Fragen und zahlt immer sofort und in bar.

Hier eine kurze Erklärung wie geholfen werden kann, Schlachtfohlen und -Pferde zu retten:



Melden Sie sich bei Schlachtfohlenhilfe , wenn:

Sie Probleme mit Ihrem Tier haben;
Sie Ihr Tier nicht mehr halten können;
Ihr Tier krank ist, und sich Infos holen möchten;
Sie von einem Tier wissen, was geschlachtet werden soll;
Oder ein anderes Tier dringend ein neuen Platz sucht;
Sie Aufzuchtplätze haben;
Sie ein Tier suchen;
Sie wissen, das ein Tier gequält wird; usw.....

Hier die Ansprechpartner:


Team Schlachtfohlenhilfe

Für Hilfe bei der Vermittlung wenden Sie sich an:
Heike Miccoli: info@schlachtfohlenhilfe.de
Telefon: 07304706110
Mobil: 01701931459

Öffentlichkeitsarbeit:
Alexa Machemer: alexa.machemer@schlachtfohlenhilfe.de
Christiane Schüngel: christiane.schuengel@schlachtfohlenhilfe.de

Private Spenden
Da derzeit alle Arbeiten und Aktionen privat finanziert werden und alle Mitarbeiter freiwillig und in ihrer Freizeit das Projekt unterstützen ist die Schlachtfohlenhilfe auf Spenden und Sponsoren angewiesen.
Diese werden nur zum Zwecke der Rettung und Deckung der vorübergehenden Unterbringung bis zur Vermittlung unserer Schützlinge eingesetzt!
Gespendet werden kann in jeder Form, als Sachspenden (Zaunmaterial, Pferdebedarf, Futter, etc.) und auch private Geldspenden sind willkommen!

Geldspenden bitte mit dem Verwendungszweck: "Schlachtfohlenhilfe" an:
Kontoinhaber: Heike Miccoli
Konto-Nummer: 3000643457
BLZ: 63050000
bei: Sparkasse Ulm


Für Sachspenden, oder Interesse am Schlachtfohlenhilfe - Banner
bitte melden unter:

info@schlachtfohlenhilfe.de

Werbung:
Je mehr Menschen von der Arbeit der Schlachtfohlenhilfe erfahren, um so effektiver kann geholfen werden. Bitte helfen Sie mit!

Bitte Banner kopieren, verlinken mit: http://www.schlachtfohlenhilfe.de
und einfach einbinden auf Ihrer Seite.
Bitte teilen Sie dem Team der Schlachtfohlenhilfe ihre Webadresse mit und ihr Link wird auf den Partner-Seite der Schlachtfohlenhilfe veröffentlicht!

Aufnahme eines Fohlens/Pferdes
Am schönsten wäre es Notfälle in gute Hände zu vermitteln!
Es wird eine Schutzgebühr in der Höhe erhoben, welche die Schlachtfohlenhilfe auch geleistet hat, um das jeweilige Tier zu retten, bzw. es sind die von Vorbesitzer genannten Preise zu leisten!

Des weiteren werden ständig nette Menschen (mit Zugfahrzeug und Pferdeanhänger/bzw. Pferdetransporter), aus ganz Deutschland gesucht, die bereit wären, im Bedarfsfall Pferde für uns (mögl. kostenlos, od. geg. Spritgeld) von A nach B zu transportieren!

Auch werden dringend Paten gesucht, die bereit sind die Arbeit der Schlachtfohlenhilfe mit einem frei wählbaren monatlichen Betrag zu unterstützen!

Bitte melden unter:
info@schlachtfohlenhilfe.de


Kommende Notfallaktion:
Langsam aber sicher ist es wieder soweit!
Der Herbst beginnt die Stuten und Fohlen kommen von den Bergweiden runter ins Tal.
Die ersten Auktionstermine sind für Anfang September angesetzt.
Das Schlachten geht wieder los und die Metzger erfreuen sich einer vollen Theke.
Damit die Schlachtfohlenhilfe wieder gut auf die vielen (Haflinger, Freiberger und andere Fohlen vorbereitet ist, werden jetzt schon liebe, nette interessierte Menschen gesucht, die:

● ein Fohlen frei kaufen möchten;
● Geld zur Verfügung stellen;
● einen Notfallplatz bieten;
● beim Transport helfen würden



Helfen Sie, Schlachtfohlen und Pferden ein zweites Leben zu geben !



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